Förderstätte für Menschen mit Autismus der "Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung"

Seit September 2013 beherbergt Hersbruck in der Oberen Hagenstraße eine Förderstätte für erwachsene Menschen mit Autismus. Sie ist an das Haus Weiher angegliedert und steht unter dem Dach der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung (RDB gGmbH).

Diese Einrichtung ist täglich von 8 bis 15 Uhr für derzeit sieben autistische Erwachsene da und bietet ihnen eine Tagesstruktur mit Beschäftigungs- und Arbeitsangeboten.

Autistische Menschen haben eine ganz eigene Lebensweise. Um darauf hinzuweisen, wurde durch die UN im Jahr 2008 der 2. April zum Weltautismustag erklärt. Dieser Tag soll Anlass sein, die Bedürfnisse und Wünsche von Menschen mit Autismus kennenzulernen und wahrzu-nehmen.

Was bedeutet es nun, Autismus zu haben? Autistische Menschen haben eine sehr spezielle Wahrnehmung. Einzelne Reize werden sehr sensibel oder aber nur sehr gering wahrgenommen. Einige Menschen können somit sehr gut hören und Details erkennen, spüren aber mitunter ihre körperlichen Grenzen nicht oder können ihre eigenen Beine und Arme nicht richtig lokalisieren.

Autistische Menschen benötigen sichere äußere Strukturen. Sie nutzen dabei immer gleiche Abläufe, gleiche Tätigkeiten und gleichbleibende Personen. Regeln werden sehr gern befolgt. Der zwischenmenschliche Kontakt in unserer Gesellschaft ist aber sehr unstrukturiert und mehrdeutig. Das macht autistischen Menschen Probleme, d.h. aber nicht, dass autistische Menschen keinen sozialen Kontakt wollen und sich zurückziehen. Sie gehen gern Kontakt ein, nur sind ihnen Zuverlässigkeit, Vorhersehbarkeit, Eindeutigkeit und Klarheit sehr wichtig.  Es gibt autistische Menschen, die sprechen und solche, die nicht sprechen. Viele kommunizieren mit visuellen Mitteln wie Schrift oder Piktogramme.

Kein autistischer Mensch ist geistig behindert. Sie haben allerdings ein anderes Intelligenzprofil, bei dem viele Stärken einige Schwächen gegenüberstehen. Sie kennen z.B. viele Fachbücher auswendig, haben aber Schwierigkeiten im Straßenverkehr. Einige absolvieren ein Hochschulstudium, wieder andere gehen in Förderstätten mit viel Unterstützungsangeboten.

Weltweit gibt es 67 Millionen Menschen mit Autismus. Autismus ist angeboren und keine Krankheit. Die Ursachen sind nicht endgültig geklärt.

Es gibt keine "Heilung", aber immer mehr Wissen darüber wie man die Menschen unterstützen kann: Den Menschen so annehmen wie er ist. Auf Mehrdeutigkeiten verzichten oder sie erklären, wie z.B. Ironie oder auch Metaphern. Die sehr guten Wahrnehmungsfähigkeiten von autistischen Menschen beachten und zum Beispiel Lärm, Unordnung, grelle Reize und unangekündigte Berührungen vermeiden. Andere Formen der Kommunikation anbieten, zum Beispiel weniger sprechen, dafür aber mehr visuelle Hilfen geben. Wenn Sprache benutzt wird, ist eine sehr klare, eindeutige und auf das Wesentliche beschränkte Sprache hilfreich.

Die Förderstätte nimmt sich diesen Menschen an und stellt ihnen geeignete Rahmenbedingungen zur Verfügung. Das pädagogische Personal ist autismusspezifisch geschult, es gibt klare Strukturen, eine reizreduzierte Umgebung und passende Arbeitsangebote. So bietet die Förderstätte professionelle Aktenvernichtung (DIN 32 757-1, Sicherheitsstufe 3) für externe Firmen oder Privatpersonen an. Autistische Menschen können ihre Stärken bei Montage- und Sortierarbeiten einsetzen oder Botengänge übernehmen.

Bei Interesse und Fragen können Sie sich gern an uns wenden:
 Thomas Lache, Förderstättenleitung

Für eine Verbesserung in der Pflege - Pflegedienste in Mittelfranken gehen auf die Straße

Etwa ein Dutzend Pflegedienste unterschiedlicher Träger haben im Juli in Lauf mit ihren Dienstwägen kurzzeitig den Verkehr in der Laufer Innenstadt lahmgelegt. Knapp einhundert Mitarbeitende von Diakonie, Caritas und anderen Trägern demonstrierten für die Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Pflege.

"Die Situation in der Pflege muss sich grundlegend verbessern", forderte der Sprecher des Bündnisses "Ambulante Pflege Nürnberger Land", Detlef Edelmann. Der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Altdorf-Hersbruck-Neumarkt forderte unter anderem Bürokratieabbau und eine Verbesserung der Leistung der Pflegeversicherung.

"Wir brauchen die gesellschaftliche Anerkennung der Pflege. Dies bedeutet auch: Eine bessere Bezahlung für die Mitarbeitenden in der Pflege. Damit verbessern wir nicht nur die Qualität, sondern mittelfristig auch die Personalsituation." An die Bundespolitik richtete Edelmann die Forderung, den Pflegebedürftigkeitsbegriff endlich neu zu fassen und auch an Demenz Erkrankte darunter zu fassen. "Die Zahl der Demenzkranken wird in den kommenden Jahren massiv steigen. Darauf müssen sch Politik, Pflege und Gesellschaft endlich vorbereiten."


Neu: Caritas und Diakonie starteten ambulante Palliativ-Versorgung: "Ein würdiges Ende ermöglichen"

Menschen, die an einer unheilbaren und sich im Endstadium befindlichen Krankheit leiden, haben meist nur noch einen Wunsch: zu Hause bzw. in vertrauter Umgebung und im Kreis ihrer Lieben sterben zu dürfen. Doch nicht immer können Hausarzt, Pflegedienst und ergänzende ehrenamtliche Angebote, wie beispielsweise der Rummelsberger Hospizverein oder die Caritas Hospizinitiative, eine ganzheitliche Betreuung in häuslicher Umgebung auch gewährleisten. Gerade wenn es um schmerzlindernde Maßnahmen geht, lässt sich ein Krankenhausaufenthalt oft nicht vermeiden – und im schlimmsten Fall verstirbt der Patient, noch ehe er in die eigenen vier Wände zurückkehren konnte.

Um die Zahl solcher Fälle möglichst gering zu halten und den Bedürfnissen der Sterbenden noch besser nachzukommen, gibt es seit 2007 einen Gesetzesbeschluss, der die „Spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) zu einer Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung erklärt. Somit hat jeder Versicherte das Recht, neben dem bereits bestehenden Betreuungsangebot durch Ärzte, Pflegedienste, Sozialarbeiter, Seelsorger und Ehrenamtliche auch die Leistungen eines sogenannten Palliative Care-Teams in Anspruch zu nehmen. Die SAPV muss zuvor vom Hausarzt als notwendig eingestuft und verordnet sowie von den Kassen genehmigt worden sein.


Neues vom Krebspunkt ...

Ohne Suchtmittel das Leben meistern - Frauengruppe der Suchtberatung der Diakonie Nürnberger Land

Frau S. ist 42 Jahre alt, geschieden und lebt alleine. Die Trennung von ihrem Ehemann, er ist alkoholkrank, hat sie schwer belastet. Verschiedene Beziehungen, die sie seit der Scheidung einging, zerbrachen bald darauf wieder. Besonders abends wird ihr ihre Einsamkeit bewusst. Sie kann nicht mehr einschlafen. Deshalb und um zu vergessen begann sie, vor dem zu Bett gehen einen Cognac zu trinken. Langsam wurden aus einem zwei Gläser und schleichend immer mehr. "Ich habe das gar nicht gemerkt", berichtet Frau S. Inzwischen braucht sie den Alkohol bereits tagsüber, um Entzugserscheinungen wie Übelkeit und Unruhe zu vermeiden. Frau S. ist Alkoholikerin.

Auch Frau G., 36 Jahre alt, ist mit ihrer Kraft am Ende. Die Mutter von zwei Kindern arbeitet halbtags, da der Lohn des Mannes nicht für den Unterhalt der Familie ausreicht. Wenn sie nach Hause kommt, versorgt sie Kinder und Haushalt. Von ihrem Ehemann bekommt sie wenig Unterstützung und Gespräche finden zwischen den Ehepartnern nur noch selten statt.

Abends kann Frau G. trotz aller Erschöpfung keine Ruhe finden. Seit längerem nimmt sie Beruhigungsmittel und Schlafmittel, die ihr der Arzt verschrieben hat. Erst spät merkt sie, dass sie ohne die Mittel nicht mehr zurechtkommt und immer mehr davon benötigt. Jetzt hat sie begonnen heimlich zusätzliche Medikamente zu nehmen. Frau G. ist medikamentenabhängig.

Beide Frauen haben Probleme, die ihnen teilweise gar nicht so bewusst sind und versuchen sie entweder mit Alkohol oder Medikamenten in den Griff zu bekommen.

So paradox es klingt, sei die Sucht oft ein erster, wenn auch problematischer Versuch, die eigenen Probleme zu lösen, erklärt Sozialpädagogin und Sozialtherapeutin Karen Sinn von der Suchtberatungsstelle der Diakonie Nürnberger Land.

Mit zunehmendem Alkohol- oder Medikamentenkonsum nimmt die Fähigkeit mit Belastungen umzugehen immer mehr ab, wodurch sich wiederum der Konsum erhöht. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen sei. Es gebe jedoch Wege aus der Sucht, bestätigt Karen Sinn (Foto).

"Jede Lebensgeschichte sei individuell und doch ähnelten sich die Probleme", so die Fachfrau. Da sich viele der Frauen in ihrer Problematik isoliert und überfordert fühlen, entstand vor inzwischen 20 Jahren der Gedanke, eine therapeutisch geleitete Gruppe für Frauen anzubieten.

Mit einem fröhlichen, alkoholfreien Fest, feierten viele ehemalige Teilnehmerinnen gemeinsam mit ihrer Suchtberaterin diesen Anlass. Neben kulinarischen Köstlichkeiten vom Buffet, das die Frauen zusammengestellt hatten, gab es auch musikalische Leckerbissen zu genießen. Das Duo Corinna Püchner und Peter Müllerlei erfreute die Anwesenden mit aktuellen Hits und alten Schlagern und es wurde kräftig mitgesungen. Auch die Mitglieder der Frauenselbsthilfegruppe "Die Hände" feierten mit. Diese Gruppe bildete sich vor vielen Jahren aus früheren Teilnehmerinnen der Frauengesprächsgruppe in den Räumen der Suchtberatungsstelle.  Karen Sinn, freut sich sehr "dass so viele Frauen aus den Anfängen der Frauengruppe das Fest besuchten. Es war sehr bewegend für mich, manche nach 10 -15 Jahren oder gar 18 Jahren wieder zu sehen. Schön war zu erfahren, welch gute persönliche Entwicklungen sie gemacht haben, dass sie gute Lösungswege für manches Problem gefunden haben und schon seit Jahren trocken leben. So zeigt sich, dass die Frauengruppe wirklich Sinn macht und Menschen weiterhelfen kann. Mir persönlich macht diese Arbeit bis heute sehr viel Freude" bekräftigt Sinn.  Auch dieses Jahr startet im Herbst wieder eine neue Frauengruppe. Eingeladen sind Frauen, die Probleme mit einem Suchtmittel (vorwiegend Alkohol und Medikamente) beziehungsweise ihrem Essverhalten haben oder mit einem suchtmittelabhängigen Angehörigen zusammenleben. Ziel ist es, die Frauen auf ihrem ganz persönlichen Weg zu einem selbstbestimmteren, gesünderen Leben zu unterstützen. "Der Kontakt mit anderen Betroffenen wird als sehr befreiend erlebt. Hier können die Frauen ohne Tabu alles aussprechen was sie bewegt", erläutert Karen Sinn.

In der Gesprächsgruppe bestimmen die Frauen selbst worüber sie reden möchten. Durch die Gespräche, Übungen, Achtsamkeitsübungen und Rollenspiele können die Frauen lernen, wie sie wieder Zugang zu sich selbst finden und ohne Suchtmittel ihr Leben meistern können. Ein Vorgespräch ist Voraussetzung zur Teilnahme an der Gruppe. Hier können die jeweiligen Erwartungen und Fragen besprochen werden. 

Die Gesprächsgruppe für Frauen beginnt am 25.9.2012 in Lauf. Da die Teilnehmerinnenzahl begrenzt ist, sollten sich interessierte Frauen bei Karen Sinn, unter der Telefonnummer 09123/84218 zu einem Vorgespräch anmelden.

 

Tags: Diakonie, Diakonie Nürnberger Land, Sucht, Suchtberatung, Frauen, Frauengruppe, Alkohol, Medikamente, Medikamentenmissbrauch, Beratung

Erziehungs- und Jugendberatung

Krebspunkt: "Krankheit mit Spuren in allen Lebenslagen"

Jubiläum: Die Suchtberatung gibt es seit 25 Jahren

Mit einem kurzweiligen Festakt feierte die Suchtberatung des Diakonischen Werks am 17. November 2011 zusammen mit vielen Gästen. Dies war der Abschluss einer langen Reihe von Veranstaltungen im Jubiläumsjahr.

Grußworte kamen von Dekan Dr. Werner Thiessen, Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, Stellvertretendem Landrat Norbert Reh, Bürgermeister Robert Ilg und Petra Eberle vom Diakonischen Werk Bayern. Bei der spannend dargestellten Geschichte der Suchtberatung stellten Erica Metzner, die Leiterin, und Petra Eberle die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor. Der Fachvortrag von Prof. Dr. Norbert Wodarz, Leiter für Klinische Suchtmedizin am Bezirksklinikum Regensburg, war ein nochmal spannender Höhepunkt. Auflockerungen zwischen den einzelnen Beiträgen brachte Pantomime Bub (Benedikt Anzeneder).

 

Neues im Diakonischen Werk

Das Diakonische Werk als Verein hat die Satzung geändert und sie dem "Diakonischen Corporate Governance Codex" angepasst. Hiernach werden die operativen und die der Aufsicht unterliegenden Aufgaben getrennt. Für das operative Geschäft ist der hauptamtliche Vorstand zuständig. Ein ehrenamtlich tätiger Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand und legt die strategischen Grundlagen des Vereins fest.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats des Diakonischen Werks Altdorf-Hersbruck-Neumarkt e.V. sind:

  • Dekan Dr. Werner Thiessen (1. Vorsitzender)
  • Dekan Dr. Norbert Dennerlein (2. Vorsitzender)
  • Dekan Jörg Breu (3. Vorsitzender)
  • Bürgermeister Robert Ilg, Hersbruck
  • Georg Mertel, Pommelsbrunn
  • Bürgermeister Erich Odörfer, Altdorf
  • Pfarrer Jürgen Rosen, Mühlhausen
  • Pfarrerin Christiane Schlenk, Leinburg
  • Reinhard Schüren, Berg
  • Dr. Jürgen Vollhardt, Hersbruck

Nun als hauptamtlicher Vorstand und Geschäftsführer ist Diakon Detlef Edelmann weiterhin für das Diakonische Werk Altdorf-Hersbruck-Neumarkt e.V. tätig.